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Mittwoch, 5. September 2018

Frieden ist für Alle wichtig!



Weltfriedenstag - „Abrüsten statt Aufrüsten“

Am 1. September trafen sich zahlreiche Genoss*innen des Kreisverbandes DIE LINKE. Meißen zusammen mit Vertretern von Outlaw und dem Duo Hörspiel zu einer Aktion zum Weltfriedenstag auf der Hauptstraße in Riesa. Wir hatten Blätter zur Sammlung von Unterschriften für die Aktion „Abrüsten statt Aufrüsten“ und eine Petition für eine andere Finanzierung der Kitas, die eine Entlastung der Kommunen und Eltern nach sich ziehen soll, im Gepäck. Eine Rutsche, Basteltisch, Zuckerwatte und Luftballons mit Friedenstauben waren der große Renner für die Kinder und nicht nur für sie.
Wir kamen mit weit mehr als 200 Menschen ins Gespräch. Leider habe manche Menschen das Vertrauen in die Regierung verloren und begründeten so ihr Ablehnung zur Unterschrift. Einige Passanten wollten auch ihre Anschrift nicht „preis“ geben. Und wieder andere Menschen befürworteten gar die Aufrüstung. Dennoch konnten wir 191 Unterschriften gegen Aufrüstung und weitere 40 Unterschriften für eine andere Finanzierung der Kitas sammeln.
Nach reichlich zwei Stunden intensiver Gespräche konnten wir „99 Luftballons“ in den Himmel steigen lassen. Dieser Vormittag hat und gezeigt, dass ein weiter Weg vor uns liegt, das Vertrauen vieler Bürger zurück zu gewinnen. Dennoch geben die vielen positiven Gespräche auch Hoffnung, dass wir es schaffen können.
Der weltweite Frieden zwischen den Nationen und der soziale Frieden in Europa und Deutschland sind wichtig und dürfen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Daran haben wir heute gemeinsam erinnert.

Uta Knebel

Samstag, 5. Mai 2018

Ein unterhaltsamer und erfolgreicher Nachmittag

Foto: Uta Knebel
Am 4. Mai feierte der Kreisverband DIE LINKE.Meißen den 200. Geburtstag von Karl Marx auf dem Mannheimer Platz in Riesa. Dafür hatten wir uns extra in Schale geworfen. Und das kam bei den Menschen gut an. Übrigens gehören die Kostüme zum Fundus des Städtischen Museums in Riesa.
Foto: Uta Knebel
Foto: Uta Knebel
Wir konnten am Informationsstand auch zahlreiche Gäste aus verschiedenen Ortsverbänden des Kreises begrüßen. Und natürlich kamen wir auch mit Passanten und Passantinnen ins Gespräch. Nach vielen interessanten Gesprächen und Mitgabe von Informationsmaterial ging es 16.30 Uhr ins Kino zum Film "Der junge Karl Marx".
Der Einladung waren nicht nur GenossInnen gefolgt, worüber wir uns sehr gefreut haben. Dennoch hätten es gern ein paar Besucher mehr sein können.
Vielen Dank an alle Mitstreiter und Unterstützer. Es hat richtig Spaß gemacht. Wer den Film gern sehen möchte und am Freitag verhindert war, kann das am Sonntag im Kino Meißen und am Dienstag noch einmal im Filmpalast Capitol in Riesa.




Samstag, 19. Dezember 2015

Zum Beitrag "Der Flugplatz-Kompromiss"

Wird hier gemauschelt?

Foto: U. Knebel
Leider erweckt der Betrag zum Flugplatz-Kompromiss Eindrücke, die dem Sachstand nicht gerecht werden.

Herr Jähnel spricht von einer "Empfehlung des Wirtschaftsministeriums" und bezieht sich dann auf die Befreiung der Stadtwerke von einem Defizit.

Ist das tatsächlich die Empfehlung des Wirtschaftsministeriums? - Darüber liegen keine Erkenntnisse vor.

Wie groß ist eigentlich das Defizit? Wir haben Unterlagen in der Infovorlage vom 5. Januar 2015 in denen steht, dass das Defizit im Jahr 2015 um 127 TEUR reduziert werden wird.

Dienstag, 28. August 2012

Abgewählt , aber…..


Eine Argumentation nach der gestrigen Stadtratssitzung
von Lutz Meuche, 
Redakteur DIE LINKE im Elbland

Lutz Meuche - immer sachlich und engagiert/
Foto: Rode
In der Sommerausgabe (DIE LINKE im Elbland) berichteten wir ausführlich über das angestrebte Abwahlverfahren gegen den Finanzbürgermeister von Riesa, Markus Mütsch, der mit hochriskanten und langfristigen Zinswetten mit öffentlichen Geldern ein Minus von 33 Millionen  € „erwirtschaftet“ hat. Auch wird ihm zur Last gelegt, in Zusammenhang damit gegen Stadtratsbeschlüsse verstoßen zu haben.  Er wurde am 6. Juli beurlaubt und kehrt nach 3 Monaten in sein Amt zurück, wenn nicht bis dahin ein Abwahlverfahren eröffnet wurde. Am 27. August 2012 fand das Verfahren statt. Inzwischen sind auch CDU-Stadträte für seine Abwahl, denn er habe sich auch über Stadtratsbeschlüsse hinweggesetzt. In geheimer Wahl stimmten 24 von 29 Stadträten für eine Abwahl. Sie halten das Vertrauensverhältnis für nachhaltig gestört. Von den 6 Stadträten der Linken stimmten 4 für die Abwahl. Volker Thomas und Marita Prätzel hatten sich bereits im Vorfeld der Stadtratssitzung gegen die Abwahl ausgesprochen. Man solle Markus Mütsch die Möglichkeit geben, seine katastrophalen Fehler zu korrigieren und ihn im Amt belassen. Es ist anzunehmen, dass sie entsprechend abgestimmt haben. Für diese Haltung gibt es kein Verständnis.
In 4 Wochen müssen die Stadträte dieses Ergebnis bestätigen. Erst dann ist Herr Mütsch abgewählt.

Lutz Meuche

Anmerkung:
Die öffentlichen Medien berichten seit einiger Zeit und immer ausführlicher über die problematische Angelegenheit:
MDR Info, 27.08.2012, 22:41
MDR Info, 28.08.2012, 09:12 und 09:50 (Podcasts)

Montag, 14. November 2011

Eine unrühmliche Berühmtheit

Bericht aus Riesa - zuerst erschienen in: 
Ausgabe 10.2011

von Uta Knebel
Stadträtin und
Fraktionsvorsitzende DIE LINKE

U. Knebel 2010
"Herr Mütsch, wollen sie nicht von sich aus Ihren Stuhl räumen?“, diese Frage stellte ich im Namen der Fraktion  unserem Finanzbürgermeister in der letzten Stadtratssitzung Anfang September. Wie kam es zu dieser Zuspitzung  der Situation in Riesa?

Seit ca. neun Jahren werden in Riesa Zinswetten durch unseren Finanzbürgermeister betrieben. Möglich machte dieses Vorgehen ein so genannter Derivateerlass aus dem Jahr 1999. In diesem wurde den Kommunen erlaubt, im  Sinne der Zinssicherung Derivatgeschäfte einzugehen, die nicht spekulativ sind. Leider versäumt die Landesregierung die Umwandlung des Erlasses in ein Gesetz. Somit fehlen hier bindende Vorgaben für das Handeln der Kommunen. Da diese Zinswetten aber nicht zu den Geschäften der laufenden Verwaltung gehören, setzt das Umgehen mit den Wettgeschäften Beschlüsse des Stadtrates voraus. Nun sind die Kommunen und deren Verantwortliche unterschiedlich mit diesen Anforderungen und Möglichkeiten der Zinssicherung umgegangen. 

In Riesa sah Herr Mütsch seine Zeit gekommen. Endlich konnte er zeigen, was er alles kann und stellte sich gern den neuen Herausforderungen, wie er sich im Jahr 2008 gegenüber einem Fernsehteam äußerte. Zu dieser Zeit stellten wir die gefährlichen Geschäfte bereits seit mehreren Jahren in Frage. Leider hatten wir zu keinem Zeitpunkt die Mehrheit der Stadträte hinter uns, um dem Treiben ein Ende setzen zu können. 

Herr Mütsch wettet ohne Hemmungen auf fallende oder steigende Zinsen. Er ging Geschäfte ein, die am Markt eine Bewertung erfuhren, die dazu führten, dass die Stadt Anfangszahlungen leisten musste oder erhielt. Wie das, fragt sich nun jeder?

Ging er ein Wettgeschäft ein, dass am Markt z.B. mit plus 240 Tausend EURO bewertet wurde, musste die Stadt diesen Betrag zahlen. Es gibt aber auch Wetten, die zum Beispiel mit einem Betrag von minus 1,8 Mio. EUR bewertet wurden. Dafür bekommt die Stadt ein Guthaben in Höhe von 1,8 Mio. EUR vom Wettgegner. Wer verschenkt nun einfach 1,8 Mio. EUR? Wohl keiner. Das Geheimnis der „Schenkung“ liegt darin, geht die Wette nicht auf, muss die Stadt mehr Zinsen zahlen, als eigentlich gewollt und das über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren und länger. Die andere Möglichkeit ist, sich aus dem Geschäft heraus zu kaufen. Und nun fragt man sich, was wird das wohl kosten?

Bei den aktuellen Wettgeschäften der Stadt Riesa im Frühjahr 2010, die weitestgehend noch vorhanden sind, waren z.B. Anfangsguthaben für die Stadt in Höhe von ca. 7 Mio. EUR aufgezeigt und der derzeitige Wert am Markt über alle laufenden Wettgeschäfte lag zum Ende August dieses Jahres bei ca. minus 13 Mio. EUR.

Also wir bekommen 7 Mio. EUR am Anfang und müssten uns nun mit 13 Mio. EUR freikaufen oder die schlechten Wettgeschäfte behalten und erhöhte Zinsen über einen langen Zeitraum zahlen. Wer ist der eigentliche Gewinner? 

Und wo soll das nur hingehen? Da diese Geschäftsgebaren und deren Auswirkungen durch den Rechnungshof in seinem Bericht 2010 angemahnt wurden und am 22.03.2011 ein Urteil am BGH erstritten wurde, bei dem die Deutsche Bank Schadenersatz gegenüber einer Kommune leisten muss, hat das Sächsische Ministerium des Inneren mit einem Schreiben an die Kommunen reagiert. Alle Kommunen sollen nunmehr prüfen, ob man gegebenenfalls mit anwaltlicher Hilfe gegen die Wetten vorgehen kann, um einen möglichen „Freikauf“ ohne großen finanziellen Verlust für die Kommune zu erreichen.

Es geht also nur noch um die Reduzierung des Schadens. Der Schaden ist eingetreten. Der Schaden ist eingetreten und wurde durch die Verantwortlichen getragen. Dieses Verhalten wurde durch die Mehrheit des Stadtrates geduldet. Erst mit der Rahmenrichtlinie im Jahr 2010 hat der Stadtrat Grenzen aufgestellt, in denen sich die Geschäfte bewegen sollen.

Eine Forderung der Richtlinie war, die spekulativen Geschäfte innerhalb von drei Jahren abzulösen. Leider war zu dem Zeitpunkt für den Finanzbürgermeister der Stadt Riesa schon klar, dass diese drei Jahre ein unrealistisches Ziel sind. Die Stadt Riesa verfügt nicht über das nötige Kapital zum Ablösen der spekulativen Wettgeschäfte. Bei einem der aktuellen Geschäfte kann es bedeuten, dass wir 46 % Zinsen zahlen müssen. 

Bei zwei weiteren Geschäften wird das Risiko sogar als unendlich beziffert. Und all das haben wir dem Finanzbürgermeister Markus Mütsch zu verdanken. Ist da nicht die Frage nach Übernahme der Verantwortung gerechtfertigt? Wenn er selbst nicht zu dieser Erkenntnis kommen sollte, kann immer noch die 
Oberbürgermeisterin mit dem Stadtrat eine Entscheidung treffen bzw. der Stadtrat auch ohne sie. Hier müssen die Stadträte zeigen, ob sie bereit sind, sich der bitteren Realität zu stellen und einen Neuanfang zu wagen.

Andere Städte haben es uns vorgemacht und personelle Entscheidungen getroffen, um weiteren Schaden von der Stadt abzuwenden.
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[Redaktionelle Ergänzung:]
Zuerst erschien hierzu am 14. September 2011 auf "Kreis Meißen von links" eine kleine Notiz des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Andreas Graff unter dem Titel "Trittbrettfahrer? - Nein Danke!"
Und so schaut jetzt DIE WELT auf Riesa:
 "Denn die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen den Finanzbürgermeister, es geht um mögliche Untreue, in diesem Fall also einen leichtfertigen Umgang mit städtischem Vermögen. Sogar der Verdacht einer persönlichen Bereicherung steht im Raum." => DIE WELT am 12.11.2011
" Markus M., der Finanzprofi. So hat sich der erste Bürgermeister der sächsischen Stadt Riesa immer gerne gegeben." => DIE WELT am 09.11.2011

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