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Freitag, 31. Juli 2015

DIE LINKE und die Umwelt

Dr. Jana Pinka
Wann werden Emissionen aus dem Stahlwerk Riesa Feralpi behördlich gemessen und durch Auflagen vermindert?

Dr. Jana Pinka, Sprecherin für Umwelt- und Ressourcenpolitik der Fraktion DIE LINKE, erklärt zu den durch den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durchgeführten Schadstoffmessungen am Riesaer Stahlwerk Feralpi:

Seit 2009 werden die Immissionen ins Riesaer Stadtgebiet nicht mehr öffentlich überwacht. Die damaligen behördlichen Messungen waren unter ungeeigneten Bedingungen durchgeführt worden. Die Fraktion DIE LINKE im Stadtrat der Großen Kreisstadt Riesa hatte im März 2015 mit einem Antrag den Oberbürgermeister beauftragen wollen, sich für eine erneute Messung an einer geeigneten Stelle einzusetzen. Leider wurde dieser Antrag abgeschmettert.

Nun hat der BUND Sachsen Messungen in Auftrag gegeben, die endlich belastbare Daten liefern sollen. Die Erfüllung behördlicher Auflagen mit Terminsetzung hat Feralpi Stahl nicht nachgewiesen. Auf Anfrage im Stadtrat informierte Geschäftsführer Frank Schaefer, dass nach erfolgter Kapazitätserweiterung erneute Messungen beauflagt würden. Welche möglichen Belastungen für die Menschen im Betrieb, für die Anwohner und die Umwelt bestehen, wäre also ohne die Messungen durch den BUND Sachsen bis zu diesem Zeitpunkt keiner öffentlichen Kontrolle unterworfen.

http://www.riesa.de/deu/_presse/media/
PM_Feralpi-200409.JPG

Offen ist, wie sehr sich das Umweltministerium selbst ernstnimmt, wenn es Termine setzt und Auflagen erlässt. Erwiesenermaßen ging es Anwohnern und Stadträten stets um die Einhaltung geforderter Grenzwerte und nie um eine mögliche komplette oder teilweise Schließung des Werkes. Die Gesundheit der Menschen stand immer an erster Stelle. Sollte durch die Versäumnisse der letzten Jahre und den jetzt möglicherweise entstehenden öffentlichen Druck eine Schließung von Bereichen der Produktion drohen, liegt die Ursache vor allem beim Verursacher der möglichen Grenzwertüberschreitungen.

Hier sind Parallelen zum Geschehen um die SDR Biotec in Pohritzsch erkennbar. Erst nach jahrelangen Bürgerbeschwerden und dem Einschalten eines Umweltverbandes führten die Behörden Messungen durch. Schließlich wurde genauer hingesehen, wurden Auflagen erteilt. Die gesamte Abfallanlage musste schließlich geschlossen werden, als ein nicht genehmigungskonformer Betrieb nicht abgestellt werden konnte (vgl. ausführlich das Minderheitenvotum der LINKEN zum 1. Untersuchungsausschuss der 5. Wahlperiode, Seiten 19f., 30f.).

Eine zentrale Lehre aus dem Abfall-Untersuchungsausschuss muss beherzigt werden: Frühe Bürgerbeschwerden sind ein ernstzunehmender Hinweis. Behörden müssen sofort den Anlagenbetreibern auf die Finger sehen und konsequent handeln. Diese Aufgabe sollte nicht von Umweltverbänden übernommen werden müssen.

Sonntag, 23. November 2014

Mautitzer Bürgerinitiative "Gegenwind"

Im Bau befindliche Anlagen von Mautitz/ OT von Riesa -
Höhe: 186 m/ Foto: Rode
Ein Riesaer Thema?

Windenergieerzeugung ist grundsätzliches Thema der notwendigen Energiewende. Aber es ist auch nicht unumstritten. Die Finanz- und Umweltprobleme, die sich damit verbinden, werden z.T. sehr emotional in den Medien und in den Parlamenten sowie an den Stammtischen diskutiert. Spätestens seit Sommer dieses Jahres haben wir weiteren Diskussionsstoff dazu auch in unserem Landkreis und in der Kommune Riesa. Am 03. Juli 2014 begündete eine Bürgerinitiative ihren Widerspruch gegen den Ausbau weiterer Windkraftanlagen in der Umgebung von Mautitz, Bloßwitz, Ganzig, Grubnitz, Ragewitz, Seerhausen und Reppen.

Am 12. Juli 2014 wurde der geneinsame Erlass des Sächsischen Staatsministeriums des Innern und des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über Mindestabstände zwischen Wohnbebauung und Vorrang- und Eignungsgebieten zur Nutzung der Winderenergie veröffentlicht. Die FDP hatte des Thema zwischenzeitlich in den Wahlkampf geworfen. Die sogenannte 10-H-Regelung wurde deshalb auch in der Kreistagssitzung vom 18. September 2014 widersprüchlich diskutiert. Es wird immer deutlicher, dass die damit verbundene Einengung die bisherige Regionalplanung nahezu vernichten könnte. Am 26. Oktober 2014 hat die Bürgerintiative ihre Petition  "Einhaltung von Mindestabständen für Windkraftanlagen im Vorranggebiet Mautitz/Bloßwitz" an den Sächsischen Landtag übergeben. Wie wird es weitergehen?

Mit meiner Frage (vgl. http://kreis-meissen-von-links.blogspot.de/2014/11/weiterhin-streit-um-windkraft-gesetz.html#links), wie sich DIE LINKE zur alternativen Energieerzeugung und konkret zu den Windkraftanlagen vor Ort positioniert, habe ich mich in der vergangenen Woche im Sächsischen Landtag umgehört. In unserer Landtagsfraktion liegt inzwischen der Entwurf eines Antrages vor zum Thema "Energiewende nicht planerisch behindern: Länderöffnungsklausel nicht ion Anspruch nehmen" vor (vgl. http://kreis-meissen-von-links.blogspot.de/2014/11/windenergie.html#links). 

Im Rahmen einer Beratung der AG Umwelt, Landwirtschaft und Landesentwicklung der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag findet am Mittwoch, 03. Dezember 2014 in der Zeit von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Sächsischen Landtag eine Beratung mit Experten sowie Vertretern aus Kreistagsfraktionen und Landtagsfraktion statt. Hintergrund sind die fortzuschreibenden Wind-Regionalpläne und aktuelle landesweit bedeutende Entwicklungen, die auf regionaler Ebene Bedeutung erlangen. Das wäre sicher auch eine gute Möglichkeit für unsere Kreisräte und die Stadträte von Riesa.

Dr. G. Dietmar Rode
Radebeul

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