Dienstag, 15. Mai 2018

Riesa eine sterbende Stadt?



Kürzlich debattierte der Stadtrat über die Neugestaltung der Hauptstraße. Insbesondere des Abschnittes zwischen Niederlagstraße und Rathausplatz. Neues Mobiliar soll aufgestellt werden, um den Abschnitt attraktiver zu machen. Der Gedanke ist erst einmal positiv zu werten. Gerade Hinsichtlich des Tages der Sachsen und der 900 Jahrfeier im kommenden Jahr. Dennoch gibt es einen Haken. Das ist der Leerstand von Geschäften.
Was auf dem Abschnitt nicht zu übersehen ist. Der erhoffte Effekt ist daher umstritten. Denn ich finde, wenn man sich auf einer der neuen Bänke niederlässt und in eines der vielen leeren Schaufenster sieht ist das eine Abwertung. Warum ist das aber so? Seit Jahren leidet Riesa unter Bevölkerungsschwund. Junge Menschen wandern ab, da es unter anderem an lukrativen Jobs fehlt. Derweilen jammert das Handwerk, die Industrie und auch die sozialen Einrichtungen, dass man immer schwerer Fachkräfte bekommt. Mit Minijobs, stundenweiser Beschäftigung und Löhnen unter 10 Euro oder auf 450 Euro – Basis ist da auch kein Blumentopf zu gewinnen. Dazu nutzt man alles gnadenlos aus, was staatlich subventioniert wird, um Lohnkosten zu drücken. Wie alle Varianten von Beschäftigungsmaßnahmen und die beliebte ehrenamtliche Tätigkeit. Insbesondere Soziale Dienste die Kindereinrichtungen und Einrichtungen der Altenbetreuung betreiben haben die Möglichkeiten erkannt auf der Basis billige Arbeitskräfte zu beschäftigen. Dazu
gibt es in der Region Betriebe, die sind schon Jahrzehnte ansässig und sollten eigentlich die Stützen unserer Region bilden. Welche dieser Firmen zahlt dabei Tarif. Nur wenige tun das. Meist sind es sogenannte Haustarife. Daher immer noch ein Unterschied, zu Branchen üblichen Löhnen. Insgesamt muss man sich nicht wundern, dass sich das unter anderen auf die Kaufkraft auswirkt. Das Ergebnis ist zunehmende Unzufriedenheit. Da wurde die Frage gestellt, wie lange wird es dauern bis das neu aufgestellte Mobiliar dem Vandalismus zum Opfer fällt?
Wie muss und kann man dieser Entwicklung nur begegnen. Da gibt es eigentlich nur einen Weg. Arbeitgeber müssen begreifen das Jobs mit ordentlicher und gerechter Bezahlung gebraucht werden. Arbeitnehmer sollten sich nicht einschüchtern lassen und sich organisieren, um ihre Rechte wahrzunehmen. Das wollte ich im Stadtrat ansprechen.
Leider erhielt ich dazu nicht die Möglichkeit. Stattdessen beschäftigen wir uns mit
sinnlosen Studien und berufen Arbeitskreise, um die Region voranzubringen. Jedoch nicht mit dem erhofften Erfolg. Da man das dargelegte außer Acht lässt. In der Gesellschaft dreht sich nun mal alles um das liebe Geld.

Christian Nowotny Stadtrat Die Linke

Die Fraktion DIE LINKE hat erkannt, dass wir über den Tellerand schauen und Konzeptionen erarbeiten müssen. Wir haben einen Antrag eingebracht, dass das Thema "Stadtzentrum der Zukunft" wieder auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung kommen wird. Diesem Antrag ist die Mehrheit des Stadtrates gefolgt. Wir bleiben darn! 

 

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