Mittwoch, 26. September 2012

Erklärung des Kreisvorstandes DIE LINKE. Meißen

Mehrere hundert Neonazis zu Konzert in Riesa erwartet

Am Wochenende werden mehrere hundert Neonazis aus ganz Deutschland und dem Ausland auf dem Verlagsgelände der deutschen Stimme in Riesa zu einem Rechtsrockkonzert erwartet. Unter anderem tritt der wegen Volksverhetzung verurteilte ehemalige Sänger der Band "Landser" Michael Regner mit seiner neuen Band der "Lunikoffverschwörung" in Riesa auf.

Wir als Linke und Mitunterzeichner des Riesaer Appells und weitere Unterzeichner erklären:

Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass ein Konzert dieser Größe, bei dem mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch mit einem gewaltorientierten Publikum gerechnet werden muss, nicht von der Stadt öffentlich gemacht wird. Es besteht der durchaus begründete Verdacht, dass am Wochenende eine erhöhte Gefahr für alle Menschen besteht, die nicht in das beschränkte Weltbild der Neonazis passen. Das biedere Auftreten der NPD in Riesa ist damit passé.

Weiterhin wird erklärt:

Wir fragen uns, welche Schritte die Behörden unternommen haben, um diese Veranstaltung zu untersagen. Die Anmeldung muss der Stadt schon mehrere Wochen vorgelegen haben. Das Tolerieren und Verschweigen dieser Veranstaltung steht im kompletten Gegensatz zum Riesaer Appell und hat nichts mit einem couragierten Handeln gegen menschenverachtendes Gedankengut zu tun. Anscheinend ist Zivilcourage nur wichtig, wenn es um das öffentliche Image der Stadt geht. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass am 03. Oktober 2010 die Mannheimer in Geschwister Scholl Straße umbenannt wurde. Viele Medien berichteten über diesen Akt des Antifaschismus. Zwei Jahre später hätte man zeigen können wie ernst es der Stadt wirklich ist, der NPD den Boden zu entziehen. Eine offensive Bürgermeisterin und Stadtrat an der Spitze des Protestes wäre wünschenswert gewesen.

1 Kommentar:

  1. Auch die Riesaer Protestaktion in dieser Woche gegen einen Kinderschänder, bei der die NPD wieder einmal in schäbigster Art und Weise als Trittbrettfahrer mit den Gefühlen der Leute jonglierte, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich in der Führung der Stadt endlich einmal etwas bewegen sollte, um klare Position gegenüber der rechtsextremen Gefahr zu beziehen.

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